Die Drachenlords von Valyria
Lange ehe sie Westeros beherrschten, waren die Targaryens eine Drachenlord-Familie unter vierzig im Freistaat Valyria — und nicht unter den größten von ihnen. Ihr Schicksal wendete sich mit einem Traum. Daenys, die Träumerin genannt, sah das Verhängnis voraus, das Valyria in Feuer und Ruin verzehren sollte, und ihr Vater Aenar der Verbannte gab ihr Gehör, verkaufte seinen Besitz und verlegte seinen Haushalt und ihre Drachen auf die kahle, vulkanische Insel Drachenstein, an der Mündung der Schwarzwasserbucht. Seine Mitdrachenlords nannten ihn feige und hielten ihn für einen Narren.
Zwölf Jahre später kam das Verhängnis. In einer einzigen Katastrophe brachen die Vierzehn Feuer aus, der Freistaat zerbarst, seine Städte ertranken oder wurden begraben, seine Drachenlords verbrannten in ihren Betten, und die mächtigste Zivilisation, die die Welt gekannt hatte, war an einem Nachmittag verschwunden. Allein die Targaryens überlebten es, denn allein sie hatten dem Traum eines Mädchens Gehör geschenkt. Ein Jahrhundert lang hielten sie sich auf Drachenstein am Rande von Westeros, die letzten Drachenlords der ganzen Welt, während sich die Aschelande des Ostens im langen Jahrhundert des Blutes krümmten — bis ein ehrgeiziger junger Mann namens Aegon seine veilchenfarbenen Augen dem Festland zuwandte.
In der Chronik